Farm der Tiere

Old Major, der die Tiefe auf der Herrenfarm gelehrt hatte, dass der Tag ihrerer Befreiung von der Tyrannei des Menschen bevorstehe, ist noch nicht lange tot, da gelingt es den vereinigten Tieren unter Führung der Schweine, den Farmer Jones zu verjagen. Aus der Herrenfarm ist die Farm der Tiere geworden. Die Begeisterung ist groß, und alle vierfüßigen und geflügelten Farmbewohner spürten, dass sie in der Lage sind, mit eigener Kraft voranzukommen und besser zu wirtschaften als unter Jones Knute. Vor allem Schneeball, das klügste unter den Schweinen, tut sich mit kühnen Zukunftsprojekten hervor: „Die ganze Farm soll elektrizifiert werden.“ Unter Schneeballs Führung wird auch Jones Versuch, die Farm zurückzuerobern, heroisch zunichte gemacht. In dem Schwein Napoleon erwächst Schneeball jedoch ein mächtiger Konkurrent, und als die jungen Hunde, die Napoleon in aller Stille aufgezogen hat, stark genug sind, wird Schneeball von einem Tag auf den anderen verjagt. Von nun an dreht sich alles um Napoleon und seine Schweine: Sie brauchen auch in mageren Jahren Extrarationen, um, wie sie sagen, die anstrengende Arbeit der Leitung der Farm bewältigen zu können, und eines Tages ist die große Wandparole an der Scheune: „Alle Tiere sind gleich“ um den Nachsatz ergänzt: „... aber manche sind gleicher.“

George Orwell schrieb „Farm der Tiere“ gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als politische Parabel über den Verrat der Oktoberrevolution durch Stalin und seine Gefolgsleute. Als Spanienkämpfer hatte er hautnah die brutale Unterdrückung aller abweichenden Positionen im republikanischen Lager durch die Stalin-Leute erlebt, und nun legte er seine ganze Erbitterung und Enttäuschung in dieses Buch in einer Zeit, als die Kritik am Kriegsalliierten „Onkel Joe“ in England noch tabu war.